Euregio Allergie-Symposium 2013 – Auftaktveranstaltung Patiententag rundum gelungen

Wenn die Nase dicht macht

Bestehen Allergien unbehandelt über einen längeren Zeitraum, besteht die Gefahr einer Chronifizierung, d.h. dass die sogenannten „Nasennebenhöhlen“ in Mitleidenschaft gezogen werden. Die "Nasennebenhöhlen", konkret Stirn-, Keilbein-, Siebbein- und Kiefernhöhle, entzünden sich, weil das dort gesammelte entzündliche und infektiöse Sekret nicht abfließen kann. Erhebliche Komplikationen wie Schwellungen, Kopfschmerzen, Geruchsverlust bis hin zum sinobronchialen Syndrom können die Folge sein. Sogar ein Einbrechen der Entzündung in die Augenhöhlen ist laut Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Jürgen Zastrow  möglich. Eine weitere Komplikation besteht in der Bildung von Nasenpolypen. Diese wachsen bei langandauernder Reizung und verengen die Luftwege noch zusätzlich.  

Als Therapien empfahl Dr. Zastrow, neben Karenz, zunächst die Reinigung und Befeuchtung der Nase durch Nasenduschen und Nasensalben, bzw. auch den Einsatz von Nasensprays (mit und ohne Cortison), Antihistaminika, Hyposensibilisierung, eventuell auch mit Akupunktur und Bio-Resonanz-Therapien gearbeitet werden. Er wies jedoch darauf hin, dass insbesondere die Bio-Resonanz-Therapie in Fachkreisen nicht unumstritten sei.

Allergien der Haut

Die allergischen Reaktionen der Haut lassen sich in drei Formen unterteilen: Das allergische Kontaktekzem, die Neurodermitis (Atopisches Ekzem) und Sonderfomen. Dabei betonte die Fachärztin für Dermatologie Dr. Christina Hecker in Ihrem Vortrag, dass die richtige Diagnose dadurch erschwert wird, dass die Beschwerdebilder allergischer Erkrankungen den Symptomen nicht allergischer Erkrankungen oft sehr stark ähneln. Neben der Anamnese sind deshalb u.a. Bakterienabstriche, Prick-Tests oder auch Epicutant-Tests nötig, um das Allergen zu bestimmen. Dabei gelten Nickel, das in Spuren auch in der Nahrung vorkommen kann, Parfüm- und Duftstoffe als häufigste Kontaktallergene. Aber auch "Moden" wie Henna-Tattoos oder Permanent Lip Liner können schwerwiegende Ekzeme und Hautschäden auslösen.

Behandelt werden Personen mit Hautallergien mit Cortisoncremes, seltener mit Teersalben, mit Antihistaminika, Antibiotika, Aciclovir (bei Herpes) oder auch mit Licht- und Klimatherapie.

Allergisches Asthma, ein Etagenwechsel

Der Zusammenhang zwischen Allergien und der Ausbildung von einem allergischen Asthma ist evident. So betonte der Facharzt für Lungenheilkunde Norbert Mülleneisen in seinem Vortrag, dass 80 Prozent der erwachsenen Asthmatiker zuvor eine Pollenallergie hatten. Diese Entwicklung, nämlich der Etagenwechsel von den oberen zu den unteren Atemwegen, hätte durch eine rechtzeitige Behandlung durch eine SIT, verhindert werden können. Dazu kommt dass die Komorbidität beider Erkrankungen, also das parallele Bestehen einer Pollenallergie und eines allergischen Asthmas die Behandlung kompliziert.

Eine Behandlungsoption ist auch hier der Einsatz cortisonhaltiger Medikamente. Dabei betonte Norbert Mülleneisen, dass die oft vorhandene Angst vor dem Cortisoneinsatz bei Allergien unbegründet sei. Wenn das Cortison inhaliert oder auf die Haut aufgetragen wird, entfalte es nämlich nur ein Hundertstel der Wirkung einer Cortison-Tablette oder –Spritze, komme aber genau da an, wo es wirken solle.

Fazit der Veranstalter

Am Ende der Veranstaltung, deren Vorträge von den Mitgliedern des Qualitätszirkels Allergocologne www.allergocologne.de bestritten wurden, zeigten sich die Veranstalter sehr zufrieden mit der Auftaktveranstaltung. "Ich bin beeindruckt wie konzentriert und engagiert Sie unseren Vorträgen gefolgt sind" bedankte sich Dr. Carl Schönherr bei den sehr diskussionsfreudigen Zuhörern.

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