Euregio Allergie-Symposium 2013 – Auftaktveranstaltung Patiententag rundum gelungen

Allergien therapieren – was ist heute möglich?

Die einfachste Methode, Allergien zu therapieren ist die Karenz, sprich den Kontakt mit Allergenen zu vermeiden bzw. deren Konzentration abzusenken. So empfiehlt die Fachärztin für Allgemeinmedizin Dr. Elisabeth Dohr in ihrem Vortrag den Pollenallergikern, im Sommer in den frühen Morgenstunden (in der Stadt) oder in den späten Abendstunden (auf dem Land) zu lüften, wenn die Pollenkonzentration in der Luft sehr niedrig ist. Auch Pollenschutzfilter an den Fenstern hätten sich gut bewährt.

Besteht eine Allergie gegen Milben, hilft das Absenken der Temperatur im Schlafzimmer, in dem auch möglichst keine Teppiche liegen sollten. Auch spezielle Überzüge für Matratzen, Decken und Kopfkissen, sogenannte Encasings, verhindern den Milbenkontakt.

Medikamentös kann man mit Antihistaminika, lokal eingesetzten Sprays, die auch Cortison enthalten können und Anti-IgE wirksamen Medikamenten gute Erfolge erzielen. Vom Einsatz der "Allergiespritze", bei der eine relativ hohe Cortisondosis unter die Haut gespritzt wird und so in den Blutkreislauf gelangt, riet Dr. Dohr wegen der relativ massiven Nebenwirkungen ausdrücklich ab.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit von Allergien ist die SIT, die Spezifischen Immuntherapie. Hierbei wird dem Patienten das Allergen zunächst in sich steigernder Dosierung verabreicht, bis die definierte Höchstmenge erreicht ist, danach erfolgt eine gleichbleibende Dosierung. Diese Therapie kann subkutan, also in die Haut gespritzt erfolgen (SCIT) oder sublingual, durch Tropfen oder Tabletten unter die Zunge (SLIT). Die Therapie dauert drei Jahre und erfordert einen regelmäßigen Besuch in der Praxis, es gibt jedoch auch Kurzzeit-Immuntherapien. Die Vorteile dieser Therapieform liegen in ihrem Langzeit- und Präventiveffekt. Auch haben Studien gezeigt, dass Etagenwechsel und Neusensibilisierungen bei dieser Therapie seltener auftreten und dass sich ein beginnendes Allergisches Asthma sogar zurückbilden kann.

Allergene in der Nahrung

Beschwerden im Magen- und Darmtrakt scheinen allgegenwärtig - ca. 20 Prozent der Befragten gaben laut Dr. Schönherr, in einer Umfrage an, unter einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, obwohl dies nur bei 5% der Bevölkerung nachweisbar ist. So weist denn auch Astrid Schareina, Fachärztin für Innere Medizin, gleich zu Beginn ihres Vortrags darauf hin, dass nicht alle Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf echten Allergien beruhen. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie z.B. Laktose- oder Histaminintoleranz, Fructosemalabsorption oder Zöliakie können erhebliche Beschwerden verursachen. Hinzu kommen Darminfektionen durch Bakterien oder Parasiten, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Gallensteine, Magenschleimhautentzündungen oder chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Am Anfang stünde deshalb immer eine sorgfältige Anamnese bzw. zusätzliche Tests betonte Astrid Schareina.

Häufige Allergien bei Kindern sind Hühnerei, Kuhmilch, Weizen, Soja und Baumnüsse – glücklicherweise verlieren sich bei 90 Prozent der Kinder diese Allergien wieder bis zum Schulalter. Erwachsene sind in erster Linie betroffen von pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien, den sogenannten Kreuzallergien, Allergien gegen diverse Baumnüsse, Erdnüsse, Krusten- und Weichtiere, Fisch und Weizen. Bei Weizen kann es insbesondere dann zu schweren Reaktionen kommen, wenn der Verzehr von Weizen zeitlich mit körperlicher Anstrengung zusammenfällt. Eine Sonderstellung nimmt die Erdnussallergie ein, denn die Allergene der Erdnuss sind sehr aggressiv, können schwere Symptome auslösen und die Allergie bleibt meist lebenslang bestehen.

Gefährdungspotenzial Kreuzallergien

Eine besondere Rolle bei den Nahrungsmittelallergien spielen die Kreuzallergien. Dabei handelt es sich um Allergien, die in Folge einer bereits bestehenden Allergie auftreten. Wenn eine Allergie besteht, ist dies eine Reaktion auf ein Allergen, z.B. ein bestimmtes Protein in einer bestimmten Pollenart. Trifft nun der Allergiker auf ein Nahrungsmittel, dessen Proteine eine ähnliche Struktur aufweisen wie das Allergen gegen das eine Allergie bereits besteht, kann es auch hier zu allergischen Reaktionen kommen. Als Beispiele hierfür nannte Dipl. oec. troph. Ute Körner die Krusten- und Weichtierallergie als Kreuzallergie zu Hausstaubmilben oder die Apfelallergie als Kreuzallergie zur Pollenallergie. Allerdings betonte Ute Körner, dass die unterschiedlichen Apfelsorten eine sehr unterschiedliche allergene Potenz aufweisen. Relativ aggressive Sorten seien z.B. Granny Smith, Jonagold oder Cox Orange, während z.B. Boskop, Gloster und Gravensteiner eher Sorten mit moderater allergischer Potenz seien. Hier könne die Ernährungsberatung den Patienten bereits gute Hinweise geben betonte Ute Körner.

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