Euregio Allergie-Symposium 2013 – Auftaktveranstaltung Patiententag rundum gelungen

Mit regem Zuspruch und lebhaften Diskussionen im Publikum startete der erste Öffentlichkeitstag des Euregio Allergie-Symposiums in Köln am 09. März 2013. Während der Vormittag des vom Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. organisierten Symposiums, wie bisher, der Fortbildung der  Allergologen vorbehalten war, wurde in diesem Jahr erstmals am Nachmittag eine Veranstaltung für Patienten angeschlossen.

Volkskrankheit Allergien

Allergien sind auf dem Vormarsch. Deutlich wird die Größenordnung des Problems angesichts der Zahlen potenziell allergiegefährdeter Personen, die man am Vorhandensein von Immunglobulinen im Blut erkennen kann. "Immunglobuline, als Antikörper auf Allergene, sind bei 35 Prozent der Bevölkerung in Deutschland im Blut nachweisbar, bei Jugendlichen sind es sogar 50 Prozent", erläuterte Dr. Carl Schönherr, Allgemeinmediziner und Mitorganisator der Veranstaltung gleich zu Beginn. Auch wenn nicht alle Menschen mit einem positiven Immunglobulin-Nachweis auch eine Allergie entwickeln, sprechen diese Zahlen eine deutliche Sprache.

Schaut man sich die für die einzelnen Allergien vorhandenen Zahlen an, verschärft sich das Bild.

- Nach der letzten repräsentativen Erhebung leiden 18 Prozent der Bevölkerung in Deutschland an Heuschnupfen. Bei den Jugendlichen sind es sogar 20 Prozent.

- 7 Prozent der deutschen Bevölkerung sind von allergischem Asthma betroffen, bei den Jugendlichen sind es 10 Prozent.

- 5 Prozent der Bevölkerung sind von Nahrungsmittelallergien betroffen, dabei sind die Patienten mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie z.B. der Laktoseintoleranz, nicht mitgerechnet.

- 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung leiden an Atopischen Ekzemen, auch hier sind Jugendliche mit 10 bis 20 Prozent deutlich stärker betroffen.

- Sensibilisiert auf Insektengifte sind 25 Prozent der Bevölkerung Deutschlands, bei 3 Prozent kommt es zu Kreislaufreaktionen und jährlich sterben 160 Menschen in Deutschland durch einen Insektenstich.

"Diese Daten machen deutlich, dass Allergien völlig zu Recht als Volkskrankheit bezeichnet werden dürfen. Leider werden Allergien sowohl von den Patienten selbst, als teilweise auch von Politik und Krankenkassen zu Unrecht als Bagatellkrankheiten unterschätzt. Unbehandelte Allergien führen jedoch oft zu Polysensibilisierungen und Chronifizierung. Ich kann deshalb nur raten, frühzeitig mit einer Behandlung zu beginnen, um Schlimmeres zu verhindern." warnt Dr. Schönherr.

Allergene in der Luft – die Pollen

Bei den durch Inhalationsstoffe verursachten Allergien ist der Heuschnupfen mit Abstand am weitesten verbreitet. Dabei trägt die Klimaveränderung bzw. der damit einhergehende Anstieg der Temperatur zur Verschärfung des Problems bei. Die Blütezeiten verlängern sich – sie beginnen früher und enden später, es gibt mehr Pollen, und es etablieren sich neue Allergene, wie z.B. Ambrosia. Für Allergiker bedeutet das einen verlängerten Entzündungszustand und längere Beschwerdezeiten. Kritisch sieht Referentin Dr. Stefanie Röseler von der Hautklinik der Universitätsklinik Aachen auch die Tatsache, dass in allen Neubaugebieten bevorzugt Birken gepflanzt werden, obwohl gerade Birkenpollen zu den stärksten Allergenen gehören.

Als schwierig bezeichnete Frau Dr. Röseler die Situation in Bezug auf die aktuelle Pollenflugvorhersage in Deutschland. Diese werde von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst organisiert und beruht auf den Messungen von Freiwilligen. Dementsprechend unterschiedlich seien die Vorgehensweisen des Messvorgangs - manche Messstationen werden täglich ausgewertet, manche im wöchentlichen Rhythmus und diese Daten werden dann für Prognosen herangezogen. Auch die Tatsache, dass nicht in allen Bundesländern flächendeckend Messstationen vorhanden sind, sieht Dr. Röseler kritisch und weist auf neue Ansätze hin, wie z.B. www.pollentagebuch.at, das auf von Freiwilligen geführten persönlichen Pollentagebüchern basiert oder das Projekt Pollenmonitor, dass die Firma Hund www.hund.de gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik in St. Augustin entwickelt hat.

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