Allergie auf Arzneimittel: Auslöser, Symptome und Maßnahmen

Eine Allergie auf Arzneimittel, d.h. unerwünschte allergische Reaktionen auf Arzneimittel sind ein komplexes Phänomen und manifestieren sich häufig über die Haut. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Nicola Wagner, Oberärztin, Hautklinik, Klinikum Darmstadt über Auslöser, Symptome und erste Maßnahmen im Fall der Fälle.

Frau Dr. Wagner, welche Arzneimittel können allergische Reaktionen an der Haut auslösen?

Prinzipiell können alle Medikamente eine allergische Reaktion auslösen. Es gibt jedoch Medikamente, bei denen dies besonders häufig der Fall ist. Die Ursachen hierfür liegen zum einen an der Verordnungshäufigkeit und zum anderen am Medikament selbst. Ganz besonders häufig lösen Antibiotika und Antiepileptika allergische Reaktionen aus, vornehmlich an der Haut. Bei Schmerzmitteln treten die allergischen Reaktionen eher in Form eines Allergischen Schocks auf. Grundsätzlich kann aber jedes Medikament sowohl eine allergische Soforttypreaktion als auch eine allergische Spättypreaktion auslösen. Welches das auslösende Medikament war, hat keinen Einfluss auf die Symptome bei Arzneimittelallergien.

Welche Symptome können sich an der Haut zeigen, wenn man auf ein Medikament allergisch reagiert?

Bei einer Arzneimittel Allergie kann die Haut Reaktionen zeigen, wie sie auch beim Allergischen Schock auftreten. Dies können z.B. generalisierte Rötungen sein, Quaddeln, Schwellungen der Haut, generalisierter Juckreiz. Arzneimittelexantheme  treten meist als Spättypreaktion auf, meist nach 7 bis 10 Tagen nach Beginn der Einnahme eines Medikamentes. Hier zeigen sich masernartige Hautveränderungen, die meist auch erst nach ein bis zwei Wochen wieder abheilen. Ganz selten gibt es bei Allergien gegen Arzneimittel extrem schwere Reaktionen wie die toxisch epidermale Nekrolyse (TEN). Dabei löst sich durch eine schwerwiegende Hautreaktion die Haut ab, was eine lebensbedrohliche Form annehmen kann. Diese "Maximalform" der Arzneimittelunverträglichkeit kommt glücklicherweise sehr selten vor.  

Eine weitere Unterart ist das Fixe Toxische Arzneimittelexanthem. Dabei bilden sich an bestimmten Stellen umschriebene Rötungen, oft auch mit Blasen versehen. Betroffen sind häufig die Hände, Füße oder Genitalien, manchmal aber auch andere Lokalisationen. Diese Reaktionen flammen immer wieder auf, wenn das unverträgliche Medikament eingenommen wird. Die Reaktionen können sich aber auch auf andere Hautareale ausweiten, bis hin zur kompletten Hautablösung – eine Entwicklung hin zur Toxischen Epidermalen Nekrolyse (TEN) ist möglich. Auch diese Unverträglichkeitsreaktion auf Arzneimittel ist sehr selten, aber wenn die Diagnose gestellt ist, darf das auslösende Medikament auf keinen Fall mehr eingenommen werden.

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