Sperma Allergie

Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München

Allergie gegen Sperma: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Sperma-Allergie oder auch Seminalplasma Allergie ist in mehr als einer Hinsicht unangenehm.  Zum einen sind es Symptome wie Jucken und Brennen etc., die den Patientinnen zu schaffen machen. Zum anderen gehört die Sperma-Allergie zu den Krankheitsbildern, die den Gang zum Arzt zur Peinlichkeit machen. Mit einer Sperma-Allergie muss man sich jedoch nicht abfinden. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München über Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Herr Prof. Ring, wie häufig kommt es vor, dass Frauen unter einer Sperma-Allergie leiden? Und: Kann ein Mann auch auf das eigene Sperma allergisch sein?

Die Allergie gegen Sperma ist selten, aber doch nicht so selten, dass nicht jedes Jahr mehrere Frauen zur Diagnose und Behandlung zu uns kämen. Ich nehme an, dass es eine gewisse Dunkelziffer gibt, die naturgemäß niemand abschätzen kann.

Männer können auf ihr eigenes Sperma nicht im klassischen Sinne "allergisch" sein. Es gibt jedoch Autoantikörper gegen Spermatozoen, die zur männlichen Unfruchtbarkeit führen können. Dies sind jedoch keine allergisierenden IgE-Antikörper.

Kommt die Sperma-Allergie meist isoliert vor, oder geht sieeinher mit anderen Allergien? Gibt es Risikofaktoren?

Die meisten unserer Patientinnen sind auch gegen andere Umweltstoffe allergisch. Viele leiden auch an Atopischem Ekzem, d.h. Neurodermitis oder unter einer Nahrungsmittelallergie. Es gibt keine bekannten einfachen Risikofaktoren.

Anhand welcher Symptome kann sich eine Allergie auf Sperma äußern?

Die Symptome einer Sperma-Allergie äußern sich meist im Sinne der klassischen Symptomatik einer anaphylaktischen Reaktion. D.h. es beginnt mit örtlichem Juckreiz, der sich aber ausbreitet und zur Bildung von Quaddeln oder großflächigen Schwellungen am ganzen Körper Anlass geben kann. Parallel zu diesen Hauterscheinungen kann es zu Atemnot oder Übelkeit kommen sowie zur Beteiligung des Herz-Kreislauf-Systems mit Herzklopfen, Blutdruckabfall bis hin zur Ohnmacht und zum Bewusstseinsverlust. Im schlimmsten Fall kann ein tödlicher anaphylaktischer Schock eintreten.

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