Allergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit – was erstatten die Kassen?

Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente werden ersetzt

Kosten verschreibungspflichtiger Medikamente werden sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenversicherern erstattet. Das gilt zum Beispiel für  antiallergische Nasensprays, für antiallergische Augentropfen oder Asthmamedikamente. Cremes für die allergische Haut sind nur dann erstattungsfähig, wenn es sich um Arzneimittel gemäß der Arzneimittelrichtlinie handelt, z.B. Kortisoncremes.

Vom Arzt verschriebene homöopathische Mittel gegen Heuschnupfen werden von einer Reihe von Kassen übernommen, teilweise jedoch mit Einschränkungen. So grenzt die Axa beispielsweise die Erstattungsfähigkeit auf „Mittel der klassischen Homöopathie nach Samuel Hahnemann und Anthroposophische Mittel“ ein, bei der IKK classic können sich Versicherte durch einen „Vertrag Homöopathie“ Kostenzuschüsse bis maximal 50,00 Euro pro Kalenderjahr sichern. Generell können die gesetzlichen Kassen die Übernahme solcher Kosten in ihren Satzungen und Bedingungen frei regeln und den Versicherten gegen gesonderte Prämienzahlungen anbieten. Es kann sich also für Allergiker und Nahrungsmittelintolerante lohnen, bei der eigenen Kasse nachzufragen, ob es solche Angebote gibt.

Kosten für Allergietests sind erstattungsfähig

Die gängigen vom Arzt verordneten Testverfahren wie Prick-, Prick-to-Prick-, Reibe- und Scratch-Test, IGE-Test-, Intrakutan-Test, Epikutan-Test und Provokations-Test werden von nahezu allen Kassen übernommen. Eine Ausnahme ist hier die BIG direkt gesund, die eine Kostenübernahme für den Prick-to-Prick-Test und den IGE-Test ablehnt.

Falls dann eine Spezifische Immuntherapie (SIT) erforderlich wird, werden deren Kosten von allen Krankenversicherern erstattet.  

Ohne Rezept keine Erstattung

Die Kostenerstattung für Medikamente, die ohne eine ärztliche Verordnung gekauft wurden, wird bei allen Krankenversicherungen klar ausgeschlossen. Wer also auf eigene Faust Medikamente kauft, kann nicht mit Kostenerstattung rechnen, auch nicht auf dem Kulanzweg. Das Gleiche gilt für Hilfsmittel wie Nasenduschen, Encasings oder einen Neurodermitis-Overall. Es muss also dringend davon abgeraten werden, solche Produkte ohne ein Rezept des Arztes zu kaufen, es sei denn, man legt auf eine Erstattung der Kosten keinen Wert.

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