Allergieforschung

Prof. Dr. med. Oliver Pfaar, HNO-Facharzt, Allergologe und wissenschaftlicher Leiter am Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

Allergieforschung: Neue Allergie-Therapien, Studien, Ergebnisse

Aus welchen Gründen nehmen Menschen an Ihren Studien teil?

Wie gesagt, sind die Gründe sehr unterschiedlich. Manche Studienteilnehmer leiden schon sehr lange an ihrer Allergie und haben schon sehr viel ausprobiert, ohne dass dies geholfen hätte. Sie machen bei der Studie mit weil sie die Chance nutzen wollen, schon sehr früh von dem neuen Wirkstoff zu profitieren und nicht erst dann, wenn er in den Handel kommt. Darüber hinaus wissen viele, dass gerade bei neuen Medikamenten eine Übernahme der Kosten von den Gesetzlichen Krankenkassen oft abgelehnt wird. Die Studie ist somit oft die einzige Möglichkeit eine Therapie mit einem neuen Wirkstoff zu erhalten.

Viele wissen es auch zu schätzen, dass sie während der Studie sehr intensiv medizinisch betreut werden. Bei einer Studie finden regelmäßig intensive Feedbackgespräche mit den Ärzten statt. Das ist natürlich kein Vergleich mit einer Praxis, in der doch ein gewisser Zeitdruck herrscht.

Andere finden es spannend, Teil einer Studie und damit Teil der Speerspitze der Forschung zu sein und interessieren sich auch sehr für den wissenschaftlichen Hintergrund der Studien. Unsere Studienteilnehmer sind generell oft sehr gut informiert, auch medizinisch.

Manche Studien laufen ja über einen sehr langen Zeitraum bzw. erfordern es, dass die Studienteilnehmer ein Mal pro Monat in das Studienzentrum kommen. Ist das nicht ein sehr hoher Aufwand?

Wenn die Aussicht besteht, seine Beschwerden endlich loszuwerden, sind unserer Erfahrung nach, viele Studienteilnehmer gerne bereit, die Zeit zu opfern. Kosten entstehen aber keine, denn die Fahrtkosten werden selbstverständlich ersetzt.

Welche Studien führen Sie denn aktuell durch?

Jetzt im Sommer und im kommenden Herbst beginnen wir einige Studien für von Baumpollen- oder Gräserpollen-geplagte "Heuschnupfen"-Patienten. Darüber hinaus bieten wir aber auch ein neue Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit einer Hausstaubmilben-Allergie oder einer Allergie auf Katzenhaare an.

Wenn man sich für die Teilnahme an einer Studie interessiert, unter welchen Voraussetzungen ist dies möglich und an wen muss man sich wenden?

Die Voraussetzungen für die Teilnahme an einer Studie sind bei jeder Studie anders. Z.B. ist es für manche Studien wichtig, dass vor Beginn der Studie bestimmte Medikamente nicht genommen wurden. Dafür gibt es das sogenannte Screening, ein Erstgespräch in dem die Voraussetzungen mit dem potenziellen Studienteilnehmer abgeklärt werden. Manchmal ist es dann leider so, dass eine Studienteilnahme nicht möglich ist. Daher nehmen wir uns gerade für das erste, unverbindliche Informationsgespräch viel Zeit.

Prinzipiell besteht jedoch zunächst für jeden Patienten mit entsprechenden Beschwerden die Möglichkeit, an solchen Behandlungsprogrammen teilzunehmen. Interessierte aus dem Großraum Rhein-Main können sich an unsere Study Nurse Monika Schmitz wenden, Tel. 0611 308 608 0 oder per Email: monika.schmitz@allergiezentrum.org. Wir freuen uns auf Sie!

Herr Prof. Pfaar, vielen Dank für das Gespräch!

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