Allergieforschung

Prof. Dr. med. Oliver Pfaar, HNO-Facharzt, Allergologe und wissenschaftlicher Leiter am Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

Allergieforschung: Neue Allergie-Therapien, Studien, Ergebnisse

Deutschland nimmt in der internationalen Allergieforschung einen Spitzenplatz ein, aber nach wie vor gibt es noch nicht für jede Allergie die passende Therapie. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Allergietherapie ist die sogenannte Spezifische Immuntherapie (SIT), die sich  insbesondere im Bereich bestimmter Pollenallergien als ausgesprochen erfolgreich erwiesen hat. Im Gegensatz zu der Pharmakotherapie, die nur gegen die momentanen Symptome wirkt, kann diese "Allergie-Impfung" das fehlgeleitete Immunsystem "umerziehen" und hierdurch die allergischen Symptome reduzieren. Über neuste Studienergebnisse und neue Allergie Therapien sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Dr. med. Oliver Pfaar, HNO-Facharzt, Allergologe und wissenschaftlicher Leiter am Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden.

Herr Prof. Pfaar, wie genau sieht der Prozess bei der klinischen Entwicklung neuer Präparate für die spezifische Immuntherapie aus?

Um ein Allergen-Präparat zu entwickeln, gibt der Gesetzgeber vier Abschnitte der klinischen Prüfung vor: in einer Phase-I-Studie wird die allgemeine Sicherheit und Verträglichkeit untersucht, Phase-II-Studien haben dann zum Ziel, eine optimale Dosis herauszufinden bezüglich Verträglichkeit und klinischer Effekte („Dosiswirkungs-studien“). Konnte hierbei eine optimale Dosis gefunden werden, wird diese in der Phase-III-Studie weiter untersucht. Diese sind dann die "pivotalen" (beweisenden), großen, meistens an verschiedenen Studienzentren durchgeführten Studien, die unter sogenannten plazebokontrollierten Bedingungen die tatsächliche Wirksamkeit einer SIT mit dem neuen Präparat beweisen sollen. Ist auch dieser Schritt erfolgreich, schließen sich noch Phase-IV-Studien an („nicht-interventionelle Studien“), die die Wirksamkeit in der Praxisroutine untersuchen. Sie sehen, es steckt viel Aufwand dahinter, bis unsere Patienten in einer allergologischen Praxis eine neue Spritze oder neue Tropfen bzw. Tabletten zur SIT erhalten.

Zu welchen Allergien haben Sie in Ihrem Zentrum Studien durchgeführt?

Wir sind als Studienzentrum, welches sich primär auf Atemwegsforschung spezialsiert hat, beteiligt an den meisten relevanten klinischen Studien zu innovativen Ansätzen bei der SIT, wie z.B. die Untersuchung von rekombinanten ("gentechnisch" hergestellten) Vakzinen und Adjuvanzien (Hilfsstoffe, die die Immunantwort steigern sollen) oder dem Einsatz der Allergen-Tabletten bei der sublingualen Form der SIT. Seit ich die wissenschaftliche Leitung 2005 übernommen habe, haben wir circa 35 klinische Studien (Phase II-IV) in dieser Indikation durchgeführt und sind daher wirklich "am Puls der (SIT-) Zeit". Wie gesagt, erhalten Studienteilnehmer bei uns Wirkstoffe, die eine lange Testzeit hinter sich haben. Sie haben damit einen hohen Grad an Sicherheit, dass das Medikament wirkt und die Risiken begrenzt sind.

, in die bei Ihnen laufenden Studien eingeschlossen zu werden?

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