Allergien – Maßnahmen und neue Therapien

Allergische Rhinitis – Behandlung durch Hyposensibilisierung

dr joerg fischer allergologie im klosterDr. Jörg Fischer, Universitäts-Hautklinik, Universitätsklinikum TübingenWie Dr. Fischer in seinem Vortrag erwähnt ist die Hyposensibilisierung oder Spezifische Immuntherapie (SIT) eine weitere Möglichkeit bei der Behandlung der allergischen Rhinitis. Hier wird der Organismus über einen längeren Zeitraum mit sich langsam steigernden Allergendosierungen gegen das Allergen desensibilisiert. Die Hyposensibilisierung sollte laut Dr. Fischer durchaus auch für Kinder in Betracht gezogen werden, weil sie das Potenzial hat, weitere allergische Erkrankungen bzw. den sogenannten Etagenwechsel zum allergischen Asthma zu verhindern.

Präzisere Diagnosen durch molekulare Allergiediagnostik

Im Bereich Diagnose lässt sich durch den Einsatz molekularer Allergiediagnostik das auslösende Allergen heute wesentlich präziser ermitteln. So kann man z.B. genau feststellen  welche Allergene bei Kreuzallergien wie einer birkenpollenassoziierten Nahrungsmittelallergie eine Rolle spielen. Auch Aussagen über die Hitzestabilität von Allergenen lassen sich so besser treffen. Allerdings bedeutet das Vorhandensein einer Sensibilisierung noch nicht, dass das betreffende Nahrungsmittel tatsächlich allergische Reaktionen auslöst. Erst mit einem Provokationstest lässt sich sicher feststellen, ob es wirklich nötig ist, das Allergen zu meiden und den Speiseplan entsprechend einzuschränken.

Der allergische Marsch: Gesundheitsförderung und Prävention

Bei der Gesundheitsförderung von allergischen Erkrankungen spielen Patientenschulungen eine große Rolle – Deutschland ist hier international führend. Hier wird versucht die Kompetenz von Kindern und Jugendlichen bzw. auch deren Eltern und die Kompetenz von Erwachsenen bzgl. der Bewältigung mit der allergischen Erkrankung zu fördern und damit deren Handlungspotenzial zu verbessern. Dies geschieht mit standardisierten Programmen und mit Hilfe von multiprofessionellen Teams, die aus Ärzten, Psychologen, Psychotherapeuten und Ernährungs- und Pflegefachkräften bestehen, wie Dr. Jörg Fischer erläuterte.

Beispiele hierfür sind die Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung, die für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche Programme anbietet, oder die (AGATE) die Schulungen für Anaphylaxie Betroffene sowie deren Eltern und Betreuungspersonen, wie Kindergärtnerinnen im Programm hat. Weiter gibt es Schulungen zu Neurodermitis für Kinder und Erwachsene, die auch berufsdermatologische Aspekte berücksichtigt.

Eine effektive Prävention des allergischen Marsches, also Strategien zur Verhinderung allergischer Erkrankungen, gibt es, so das Fazit von Dr. Fischer, bisher nicht. Es gibt aber Empfehlungen, wie z.B. in Bezug auf den Kostaufbau bei Kleinkindern. Studien haben hier gezeigt, dass das Risiko einer Sensibilisierung steigt, je später die Lebensmittel eingeführt werden. Eine frühe Konfrontation mit Allergenen trainiert also das kindliche Immunsystem und wird daher empfohlen.

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